Hot Toddy – Geschichte und Hintergrund

In diesem Artikel erfahrt Ihr, wo der Hot Toddy seinen Ursprung hat und welche Wirkung ihm zugeschrieben wird. Falls Ihr Euch weniger für die Theorie und mehr für die Praxis interessiert, findet Ihr hier das Rezept für den Hot Toddy. Und für diejenigen unter Euch, denen der Sinn eher nach einer literarischen Abhandlung denn einer historischen steht, haben wir hier etwas passendes zum Thema.

Woher kommt der Name?

Die Herkunft des Namens ist nicht leicht zu erklären. Eine Möglichkeit ist, dass er sich von der englischen Bezeichnung für vergorenen Palmensaft aus Indien herleitet, den Toddy. Diesen genossen die Kolonialherren wie die einheimische Bevölkerung heiß aufgegossen zur Heilung leichter Krankheiten. Eine andere Etymologie stellt den irischen Arzt Dr. Robert Bentley Todd in den Mittelpunkt, der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Mixtur aus Brandy, heißem Wasser, Canella (weißer Zimt) und Zucker zu verschreiben pflegte. Wieder eine andere Geschichte erzählt von schottischen Ärzten im 18. Jahrhundert, für die Scotch das primäre Heilungsmittel war und die Zusätze nur den Geschmack versüßen sollten. Oder der Name leitet sich von der Edinburgher Quelle Tod’s Well ab, die für das Wasser sorgte …

Es ist nicht mehr zu verifizieren, welche dieser Geschichten zutrifft, vielleicht haben all diese Etymologien ihre Berechtigung und können unabhängig voneinander entstanden sein.

Geschichte

Auf Whisky war der Hot Toddy zunächst nicht festgelegt. Eine Beschreibung aus dem Jahr 1786 nennt nur eine alkoholhaltige Basis mit heißem Wasser, Zucker und Gewürzen – womit Dr. Todds Rezept ebenfalls gut beschrieben ist. Auf den britischen Inseln bedeutete dies zumeist Whisky, wenn auch nicht immer. In den USA dagegen wurde der Hot Toddy zunächst mit Rum getrunken, also einem Erzeugnis aus der naheliegenden Karibik, oder Brandy. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich dort Bourbon Whiskey als zentraler Bestandteil durch.

Auf beiden Seiten des Atlantiks erfreute sich der Hot Toddy großer Beliebtheit. Das zeigt sich unter anderem in der Produktion spezialisierten Geschirrs, das für die Zubereitung und das Servieren eines Hot Toddy optimiert wurde.

© Corning Museum of Glass, von: https://www.cmog.org/artwork/toddy-lifter-0

Mit solchen Liftern wurde der Toddy aus der Schale gehoben, in der er zubereitet wurde. Das bauchige Ende wurde dazu in die Schale getaucht, dann wurde ein Finger auf das obere Loch gelegt und der Toddy konnte wie mit einer Pipette in das gewünschte Glas gegeben werden.

Der mitunter sehr hohe Verarbeitungsstandard legt eine Nutzung durch wohlhabendere Familien nah, zumal einige der Zutaten im 18. und 19. Jahrhundert noch sehr teuer waren. Oft empfohlen wurden Zucker und Zitrone, also überseeische Produkte, deren Beschaffung sich nicht jeder leisten konnte. Vermutlich gab es preisgünstigere Abwandlungen unter Einsatz von Honig und örtlichen Kräutern.

Die Idee, Alkohol heiß zu machen und mit Süßungsmitteln als Behandlung von Erkältungen einzusetzen, war relativ weit verbreitet. Auch der Grog z.B. basiert auf einem ähnlichen Prinzip.

Besonders vielsagend ist ein Artikel der Burlington Free Press vom 3. Januar 1837, in dem Methoden zur Bekämpfung einer Erkältung vorgestellt werden: „Wenn Ihr Kind Schnupfen hat, oder rote Augen […] brauchen Sie keinen Arzt zu rufen. Jeder kann eine Erkältung behandeln. Versorgen sie es [das Kind] mit stimulierenden Heißgetränken, am besten dem Toddy“.

Tatsächlich war der Hot Toddy ein den Ärzten dieser Zeit wohlbekanntes Mittel, wie ein Blick in die medizinische Fachliteratur des 19. Jahrhunderts zeigt, so etwa in den „Observations on the History and Treatment of Cholera Asphyxia“ der Doktoren Robert Lorimer und John Burton (Edinburgh 1832) oder im „Book of Health“ des damals bekannten Sir Malcom Morris (London 1884).

Ein wirksames Heilmittel?

Doch hilft ein Hot Toddy wirklich gegen eine Erkältung? Nun, ich bin nicht so ein Doktor… Alles Folgende gibt nur Dinge wieder, die sich im Internet dazu finden lassen. Wir bei DoktorWhisky.de geben keine medizinischen Ratschläge. Dafür gibt es Ärzte und Apotheker. Und insbesondere empfehlen wir unter gar keinen Umständen, zu versuchen, Krankheiten mit Alkohol zu heilen.

Nachdem dies gesagt ist, sehen wir uns die häufigsten Zutaten eines Hot Toddy und ihre Wirkung an. Whisky in zu großen Mengen kann freilich nicht helfen, sondern schadet nur, sparsam dosiert aber soll er abschwellend wirken. Die Blutgefäße werden erweitert, sodass die Schleimhäute leichter mit einer Infektion fertig werden.

Zitrone mit dem Vitamin C gilt als klassisches Erkältungsmittel und auch wenn Vitamin C keine Erkältung verhindern kann, scheint es die Symptome zu lindern und die Dauer der Krankheit zu verkürzen.

Die Wirkung von Honig ist umstritten, allerdings deuten einige Faktoren auf eine positive Wirkung hin. Honig enthält verschiedene Zucker, Vitamine, Antioxidantien und (antiseptische?) Phenole, die entzündungshemmend wirken können. Der Zucker regt außerdem den Speichelfluss an und lindert so die Reizung der Schleimhäute; ganz abgesehen davon taugt er als starker Energielieferant. Tatsächlich ist Honig, wie viele andere Bienenprodukte, ein seit Jahrtausenden bewährtes Mittel. Ähnliches gilt für die oft verwendeten Kräuter.

Wir könnten hier einige Ärzte zitieren, die die positive Wirkung eines in Maßen genossenen Hot Toddy bestätigen und grundsätzlich erscheint dies angesichts der Inhaltsstoffe plausibel. Solange nur wenig Whisky getrunken wird, kann der Hot Toddy wenigstens nicht schaden. Unsere Version eines Hot Toddys findet Ihr hier.

1 Comment

  • Hot Toddy Rezept 2. Dezember 2018 at 22:39 Reply

    […] der sich gerade fragt „Hot Was?“, findet hier alles über die Hintergründe dieses leckeren […]

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